Über uns

Fortschritt hat Tradition


1851 ließ sich Arnold André am Standort Bünde nieder, als Zweigniederlassung der Firma Gebr. André Tabakfabrik in Osnabrück, die dort bereits 1817 gegründet worden war.

Die Firma Arnold André entwickelte sich kontinuierlich zu einem der maßgeblichen Unternehmen der Cigarrenherstellung in der Region. Der Durchbruch zu einem Unternehmen von nationaler Bedeutung allerdings wurde erst in den 1950er- und 1960er-Jahren erzielt.
Werk Bünde 1962
Dafür gab es zwei Erfolgsfaktoren: Aufgrund der guten finanziellen Ausstattung und der ausgeprägten unternehmerischen Weitsicht konnte Arnold André 1958 sehr schnell und umfassend Nutzen aus der Aufhebung des 1933 verhängten sog. Maschinenverbots in der Zigarrenindustrie ziehen und die gesamte Produktion weitgehend auf maschinelle Fertigung umstellen. Dieser Schritt ging einher mit dem Aufbau der Marke HANDELSGOLD: Der ersten national distribuierten Cigarrenmarke in Deutschland überhaupt.

Der Erfolg war riesengroß. Die Markencigarre HANDELSGOLD wurde wie der VW-Käfer oder der Nierentisch zu einer Ikone des „Wirtschaftswunders“ im Nachkriegs-Deutschland. In diese Zeit fiel auch der Höchststand der Beschäftigung mit rund 6.000 Mitarbeitern, wovon die meisten in den umliegenden Ortschaften Bündes als sog. „Heimarbeiter“ tätig und den dortigen Filialbetrieben zugeordnet waren. Der damalige enorme Absatzerfolg war auch der Grund für die Errichtung des Produktionswerkes in Königslutter (1962, Erweiterung bereits 1964), wobei die Ansiedlung dort – nahe der seinerzeitigen innerdeutschen Grenze – wegen des großen verfügbaren Arbeitskräftepotentials und wegen der großzügigen staatlichen „Zonenrand-Förderung“ erfolgte.

Die 1970er/80er Jahre waren gekennzeichnet durch einen kontinuierlichen Rückgang des Verbrauchs von Cigarren und Cigarillos in traditionellem (Stumpen-)Format und parallel dazu durch einen dramatischen Schrumpfungsprozeß auf Herstellerseite. Die Cigarre galt als nicht mehr zeitgemäß und das Thema „Rauchen und Gesundheit“ wurde verstärkt in den Medien aufgegriffen mit der Folge weiterer Konsumeinschränkung. Arnold André setzte dieser Entwicklung eine offensive Strategie entgegen: Die Konzentration auf die Marke HANDELSGOLD wurde aufgegeben und das Angebot entsprechend den differenzierter werdenden Verbrauchererwartungen um höherpreisige Sumatra- und Brasilcigarren sowie moderne Formate der inzwischen übernommenen Spezialhersteller ELBACO, BACHSCHMIDT und GARVES ergänzt. Außerdem wurde 1973/74 die Cigarilloserie CLUBMASTER lanciert - bis heute eine der absatzstärksten Cigarillomarken auf dem deutschen Markt. Diese Maßnahmen sorgten dafür, Arnold André die Position des Marktführers zu erhalten.

Auch in der sich seit geraumer Zeit vollziehenden Phase der Internationalisierung des Geschäftes setzte Arnold André auf Offensive: 1988 wurden 25% der Firmenanteile an die holländische EBAS GROUP übertragen - die später von dem internationalen schwedischen Konzern SWEDISH MATCH übernommen wurde, der heute 40% der Arnold-André-Anteile hält. Damit wurden beste Voraussetzungen dafür geschaffen, Arnold-André-Produkte erfolgreich auch auf internationalen Märkten zu vertreiben. Im Gegenzug übernahm Arnold André den Vertrieb der Produkte aus holländischer Produktion mit den Marken WILLEM II, LA PAZ, JUSTUS VAN MAURIK und andere. Die seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre festzustellende „Renaissance der Cigarre“ kann deshalb mit der heutigen umfassenden Offerte des Hauses André bestens genutzt werden.

Die lange Geschichte von Arnold André durchzieht wie ein roter Faden ein Erfolgsgarant: Stets rechtzeitig „die Zeichen der Zeit“ erkannt und mit erfolgreichen Strategien aufgegriffen zu haben. Mit anderen Worten: Fortschritt hat bei Arnold André Tradition.